Der führende Filehoster sperrt einzelne deutsche Accounts

Die Nutzung von Filehostern ist längst keine Seltenheit mehr, sondern fast schon der Standard. Die Cloudspeicher-Dienste kommen sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Kontext zum Einsatz und erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Doch viele Nutzer nehmen es mit der Legalität nicht allzu genau.

Der Fall „Share Online“ bereitet Betreibern Sorgen

Dass Urheberrechtsverletzungen über Filehoster nicht ohne Konsequenzen für die Betreiber bleiben, zeigt der aktuelle Fall „Share Online“. Die wohl größte deutsche Filehosting-Plattform wurde am 16.10.2019 abgeschaltet. Zuvor fanden großangelegte Razzien statt, die die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Daten über den Dienst nachweisen konnten und zur Identifizierung von drei Tatverdächtigen führten. Noch gab es keine Festnahmen, doch die Ermittlungen befinden sich in vollem Gange. Drei Männern im Alter zwischen 40 und 54 Jahren wird vorgeworfen, durch den Betrieb der Plattform Beihilfe zur gewerbsmäßigen unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke geleistet zu haben – und zwar im großen Stil. Noch beschränken sich die Ermittlungen zum größten Teil auf die Tatverdächtigen, in Zukunft könnten aber auch einzelne Benutzer genauer unter die Lupe genommen und zur Rechenschaft gezogen werden, wobei sich die Ermittler auf Top-Uploader beschränken wollen.

Die Betreiber reagieren – deutsche Nutzerkonten gesperrt

Angebot des Filehosters auf orangenem Grund

Die Accounts beim Anbieter Rapidgator, über den User Dateien hochladen und teilen können, zählt zu den beliebtesten Filehostern im deutschsprachigen Raum und kann als ernstzunehmender Share Online Konkurrent bezeichnet werden. Die Razzien und Ermittlungen in der Szene scheinen die Betreiber der Plattform keineswegs kalt zu lassen. So muss so mancher deutscher Nutzer seit einigen Tagen feststellen, dass sein Account gesperrt wurde. Als Grund wird eine Urheberrechtsverletzung genannt. Während sich Anbieter bislang kaum um die Legalität der Inhalte ihrer Plattform kümmerten – zumindest solange keine Klage vorlag -, sieht es nun so aus, als würde sich eine gewisse Nervosität gepaart mit einem Handlungszwang breitmachen.

Filehoster haben sich längst etabliert

Cloudspeicher-Dienste, wie eben Rapidgator und ehemals Share-Online-biz, sind aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Das bedeutet, dass die aufkommenden Skandale und Sorgen um die Legalität kaum einen Nutzer von der Nutzung und kaum einen Anbieter vom lukrativen Betrieb eines Filehosters abhalten werden. Und grundsätzlich besteht hierfür auch kein Anlass. Schließlich wird die Nutzung von Filehosting-Diensten erst dann illegal, wenn urheberrechtlich geschützte Daten hoch- oder heruntergeladen werden. Wer sich mit der Gesetzeslage auskennt und weiß, worauf er im Umgang mit Filehostern achten muss, kann die Dienste also nahezu bedenkenlos weiterhin nutzen.

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