Was droht Nutzern von Share Online

Seit dem 16.10.2019 ist der Filehosting-Dienst Share Online abgeschaltet. Die Plattform galt als größter deutscher Filehoster und verzeichnete monatlich zwischen sechs und zehn Millionen Aufrufe. Hinter dem Take Down stecken Ermittlungen gegen die Betreiber. Nutzer sind zunehmend verunsichert und fragen sich, ob sie eventuell ebenfalls mit Konsequenzen zu rechnen haben. Unser Artikel schildert den Sachverhalt und informiert über den derzeitigen Stand der Dinge.

Abschaltung nach Razzia: Share Online nicht mehr erreichbar

Share-Online.biz steht bereits seit einigen Jahren unter Verdacht, an der illegalen Verbreitung urheberrechtlich geschützter Daten beteiligt zu sein. Bekannt war auch, dass sich die Plattform in der Piraterie-Szene einen Namen gemacht hat. So wurde zum Beispiel ausgehend von einschlägig berüchtigten Seiten, wie Canna.to und Serienjunkies.org, regelmäßig und in besonderer Häufigkeit auf Share-Online.biz verlinkt. Im Jahr 2017 stellte die Gesellschaft für die Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVO) Strafantrag. Mittlerweile konnten die, mit dem Fall betrauten, Ermittler nach einer groß angelegten Razzia drei Tatverdächtige ausmachen und den Cloudspeicher-Dienst abschalten.

Ehemalige Anzeige von Share-Online.biz

Ermittlungen richten sich gegen die Betreiber

Bei den mutmaßlichen Betreibern handelt es sich wohl um Männer im Alter von 40 bis 54 Jahren, die mit dem Betrieb von Share Online über 50 Millionen Euro erwirtschaftet haben sollen. Der 54-jährige Haupttatverdächtige aus dem Aachener Raum soll seit 2010 nach und nach Serverkapazitäten bei einem niederländischen Provider angemietet haben, die zuletzt im Petabyte-Bereich lagen. Zu Festnahmen kam es bislang nicht, was an fehlenden Haftgründen liegt. Die Ermittlungen laufen allerdings auf Hochtouren und wir dürfen gespannt sein, wohin sie noch führen.

Share Online Nutzer im Visier

Ob sich die Ermittlungen auf Nutzer, also auf die Menschen, die urheberrechtlich geschützte Werke hoch- und heruntergeladen haben, ausweiten werden, ist bis dato noch nicht eindeutig geklärt. Eine strafrechtliche Verfolgung von Nutzern ist aber prinzipiell nicht auszuschließen. Dabei wird der Fokus vermutlich auf den Top-Uploadern liegen.

Filehoster und das Urheberrecht

Während manchen Usern gar nicht bewusst zu sein scheint, wann sie die Grenzen der Legalität im Umgang mit Filehostern überschreiten, gehen andere ganz gezielt vor und verdienen sich mit illegalen Uploads ein nettes Sümmchen. Tatsache ist: Man kann Filehosting-Dienste selbstverständlich absolut legal verwenden. Gesetzeswidrig wird es erst, wenn urheberrechtlich geschützte Werke ins Spiel kommen. Als Nutzer sollte man also mit offenen Augen durch die Filehoster-Welt gehen und sich genau überlegen, welche Daten man hoch- und herunterlädt. Vor allem vom Download von Daten, die von fremden Usern bereitgestellt werden, sollte aus Gründen der Vorsicht abgesehen werden.

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