Schritt 3: Einloggen und Serverübersicht aufrufen
Nach dem erfolgreichen Kauf kann man sich dann beim Dienst einloggen und diesen verwenden. Wir empfehlen dies schon vor Abflug zu tun, um etwaige Probleme noch von zu Hause aus zu klären (Software Updates, falsche Version geladen, etc.). Dort kann man sich auch schonmal mit der Serverübersicht vertraut machen.
Schritt 4: App starten und Surfen
Befindet man sich dann auf chinesischem Boden, muss man nur noch die VPN Software starten, sich einloggen, und den gewünschten Server auswählen. Neben den deutschen Servern funktionieren in Tests Server in Sydney und an der US Westküste sehr gut.

Was tun, wenn Dein VPN Anbieter in China nicht funktioniert
Es kann passieren, dass ein VPN überraschend blockiert werden. Dies kann bereits vor der Anreise passiert sein, als auch während der Nutzung. Viel tun kann man in diesem Fall nicht, es hilft in der Regel nur das Abwarten. Vermutlich wird der Dienst irgendwann wieder online gehen. Parallel sollte man sich mit dem Team des Kundendienstes des jeweiligen Anbieters in Verbindung setzen und in dessen FAQs nach einer Lösung des Problems zu suchen.
Die meisten Anbieter bieten einen sehr guten Kundendienst an, der auch auf E-Mails innerhalb kurzer Zeit antwortet. Tipp: Befinden sich wichtige Daten auf der heimischen Cloud, auf die man via Internet zugreifen möchte, dann sollte man auf der Reise eine Kopie auf dem USB-Stick mitführen.
Die Chinesische Firewall: Warum kann man in China auf viele Websites nicht zugreifen?
In China gibt es die sogenannte “Great Firewall”. Dabei handelt es sich um eine Zensur von Online-Inhalten, die in ganz China gilt. Unerwünschte Inhalte werden schlicht gesperrt und sind nicht zugänglich. Zum einen soll dadurch der Zugang zu Regime-kritischen Inhalten verhindert werden, zum anderen werden dadurch heimische IT-Firmen indirekt gefördert. Für die Zensur bedient sich die Regierung unterschiedlicher Techniken:
- eine IP-Adresse oder bestimmte Webseiten werden gesperrt und sind nicht erreichbar
- Domainnamen und URLs werden überprüft, wobei diese auch aufgrund bestimmter Keywords gesperrt werden
- DNS-Spoofing, dank dem der Aufruf einer bestimmten Webseite zu einer anderen Webseite umgeleitet wird
- Deep Packet Inspection (DPI), also die Überprüfung des (unverschlüsselten) Datenverkehrs auf spezielle Inhalte
- VPN-Anbieter werden gesperrt, nur staatliche VPN-Dienstleister sind erlaubt
- Zurücksetzen von Verbindungen bei der Übertragung bestimmter Daten
Möchte man das Internet in China also uneingeschränkt nutzen, benötigt man ein VPN, mit dem die große Firewall umgangen und die vom Regime genutzten Techniken ausgehebelt werden.
Welche Seiten und Dienste sind in China gesperrt?
Das Ministerium für die Öffentliche Sicherheit überprüft fortlaufend inländische und ausländische Webseiten und die “Gefahr”, die von diesen für die chinesische Bevölkerung ausgeht. Wird die Webseite oder auf ihr publizierte Informationen als “gefährlich” eingestuft, wird sie gesperrt. Von der Sperrung betroffen sind mehr Webseiten und Online-Auftritte als man auf Anhieb denkt.
Dazu zählen natürlich alle Google-Dienste wie die Google-Suchmaschine, YouTube und Co, aber auch Internetseiten Facebook, Wikipedia, Amazon, Netflix und zahlreiche Online-Auftritte von unabhängigen Nachrichtenportalen und Zeitungen wie der New York Times oder der Washington Post sind online in China nicht erreichbar. Anbei eine Liste der wichtigsten Online-Auftritte, die aktuell in China zensiert werden:
- Social Media: Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Snapchat, Picasa, Blogspot, Blogger, Flickr, SoundCloud, Google+, Google Hangouts, Hootsuite, Quora, Tumblr, WordPress.com
- Suchmaschinen-Anbieter: Google in allen Ländern weltweit, Duck Duck Go, Yahoo, Ask.com
- Nachrichtenportale: Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung, LeMonde, L’Equipe, Google News, The Wall Street Journal, The Economist, Bloomberg, Reuters, The Washington Post, The New York Times, Financial Times
- Videoportale: YouTube, Daily Motion, Nico Video, Vimeo
- Streaming-Anbieter: Amazon Prime Video, Netflix, BBC iPlayer, Spotify, SoundCloud, Pandora Radio
- Unterhaltung: Fast alle Anbieter für pornografische Bilder und Videos
- Kommunikation: Viber, Telegram, Line, Periscope, KaKao Talk, Discord, WhatsApp
Diese Liste ist natürlich nicht abschließend und die Zahl der Anbieter, die dauerhaft zensiert werden, nimmt quasi monatlich zu. Einige wenige werden manchmal kurzfristig wieder freigeschaltet. Wer dieses Problem umgehen möchte, der sollt sich ein VPN für China zulegen.
FAQs – Häufig gestellte Fragen
Wie sperrt China VPNs?
China sperrt VPNs mit der sogenannten “Great Firewall”. Diese Firewall wurde auf Anweisung der chinesischen Regierung beziehungsweise der Kommunistischen Partei Chinas eingerichtet. Kurz gesagt, überwacht sie den Datenverkehr im Internet. Sobald Webseiten oder Online-Dienste, die für Bürger Chinas potenziell “gefährlich” sein könnten, aufgerufen werden, wird der Zugriff blockiert.
Ganz streng genommen handelt es sich aber nicht um eine einzige Firewall-Software, sondern vielmehr um die Kombination verschiedener Maßnahmen. Dabei werden letztere immer weiter verbessert und in der Folge immer mehr (westliche) Webseiten gesperrt. Der einzige Weg, unzensiert Websites aufzurufen und die große Firewall zu umgehen, besteht in der Nutzung eines VPN-Anbieters.
Warum gibt es VPNs in China noch?
Die digitale chinesische Mauer besitzt durchaus ihre Schwachstellen. Während diese immer weiter verbessert wird, rüsten aber auch die VPN-Dienste auf und bleiben nicht untätig. Dennoch fällt auf, dass es weiterhin VPNs in China gibt. Warum ist das so?
Das Umgehen der Sperre ist nicht der einzige Grund, warum es in China noch VPNs gibt. Ein weiterer Grund besteht schlicht in wirtschaftlichen Interessen: In China sind mittlerweile viele westliche Unternehmen vertreten, die ohne ein VPN in China nicht mehr arbeitsfähig wären.
Davon abgesehen hat China das wesentliche Ziel trotz der vorhandenen VPNs dennoch erreicht: Die Bevölkerung hat in der Regel gar nicht erst die Möglichkeit ein unabhängiges VPN zu nutzen. Sie kann weiterhin nur die Inhalte aufrufen, die durch die Firewall nicht blockiert werden. Die Internetzensur in Bezug auf die chinesische Bevölkerung funktioniert also uneingeschränkt.
Sind VPNs in China legal?
Da die Regierung in China die “Great Firewall” hat einrichten lassen, drängt sich der Verdacht auf, diese Sperre zu umgehen, könnte illegal sein. Streng genommen ist dem nicht so: Es handelt sich vielmehr um eine rechtliche Grauzone. Wie bereits ausgeführt, hat China durchaus Interesse daran, dass sich VPN-Dienste in China nutzen lassen. Die Nutzung von VPN-Dienstleistern, die von der chinesischen Regierung genehmigt wurden, ist ohnehin bedenkenlos.
Die Nutzung eines unabhängigen VPN aus dem Westen hingegen ist offiziell verboten, wird jedoch nicht sanktioniert. Aus diesem Grund kann man diese Dienstleistung problemlos bei einem Aufenthalt in China nutzen. Möchte man auf Nummer sicher gehen, dann sollte man in jedem Fall vor Anreise und Nutzung eines VPN die aktuelle Rechtslage in China erfragen.
Warum sollte ich in China ein VPN nutzen?
Die Frage lässt sich leicht beantworten: Mit einem VPN kann man ohne Internetzensur Kontakt zur Heimat halten. Man kann Kommunikationsmittel mit whatsApp, Google Mail, Facebook und andere soziale Netzwerke uneingeschränkt in China nutzen. Nutzt man keinen VPN, dann wird man von Freunden und Familie quasi abgeschnitten.
Zum anderen erhöht ein VPN die Datensicherheit. Die übertragenen Daten sind verschlüsselt und kommen sicher beim Empfänger an. Das gilt insbesondere für geheime Informationen aus Unternehmen und Betrieben. Nutzt man keinen VPN, dann besteht die Gefahr, dass die Daten abgefangen und von Unbefugten verwertet werden. Davon abgesehen gelten alle weiteren Vorteile eines VPN auch in China: Man ist anonym, es gibt keine Probleme beim Geoblocking und man ist bei der Internetnutzung gegen Hacker und Cyberkriminelle wesentlich besser geschützt.
Kann ich VPN herunterladen, wenn ich bereits in China bin?
In China sind von der Regierung genehmigte VPN frei zugänglich. Jedoch sollte man beachten, dass diese von der Regierung überwacht werden und nicht annähernd die Sicherheit bieten, die ein “echter” VPN bietet. Das Herunterladen von einem westlichen VPN ist in China selbst aber nicht möglich. Aus diesem Grund sollte man sich bereits vor der Einreise um ein VPN-Abonnement kümmern. Nur dann kann man sicher sein, vor Ort sicher und ohne Einschränkung surfen zu können.
Wie umgehen VPNs die große Firewall?
Jedem Gerät, das sich mit dem Internet verbindet, wird eine IP-Adresse zugeteilt. Anhand dieser IP kann man unter anderem den groben Aufenthaltsort des Nutzers beziehungsweise dessen Ursprungsland ermitteln. Das Gleiche gilt für die zahlreichen weltweit vertretenen Webserver. Ruft nun ein Nutzer innerhalb Chinas eine ausländische Webseite auf, dann erkennt die “große Firewall” anhand der IP-Adresse, dass sich der Webserver im Ausland befindet beziehungsweise sich dieser auf der Liste der gesperrten Webseiten befindet. Ein Aufruf ist nicht möglich.
Anders ist es mit einem VPN: Der Nutzer befindet sich hierbei ebenfalls in China, jedoch verbindet er sich zunächst mit dem VPN. Der VPN-Server befindet sich nicht auf dem Index und ist somit frei zugänglich. Alle Daten werden verschlüsselt übertragen. Zugleich befindet sich der Server auch nicht hinter der Firewall. Er unterliegt damit keiner Beschränkung. Jetzt kann der Nutzer durch VPN-Services jede beliebige Internet-Webseite weltweit abrufen und sich im Internet frei und ohne Zensur bewegen.
In der nachfolgenden Grafik zeigen wir die Funktionsweise eines VPNs auf:

Kann ich in China Netflix schauen?
Um diese Frage zu beantworten, muss man ein wenig ausholen: Grundsätzlich haben weder China noch Netflix ein Interesse daran, dass Netflix-Inhalte aus China heraus abgerufen werden können. China sieht in Netflix eine Bedrohung der chinesischen Werte beziehungsweise eine Gefahr für die chinesische Bevölkerung. Aus Sicht der Regierung muss der Streaming-Dienst deshalb dringend zensiert werden.
Netflix hat ebenfalls kein Interesse daran, aus China heraus genutzt zu werden. VPN-Nutzer sind dem Streaming-Dienst grundsätzlich ein Dorn im Auge. Der Grund: Netflix muss jeden Film und jede Serie lizenzieren. Aus diesem Grund unterscheiden sich sowohl die Preise als auch das Netflix-Angebot von Land zu Land. Um zu verhindern, dass Deutsche auf das (größere) Angebot in den USA zugreifen, wird der Zugriff durch das sogenannte Geoblocking verhindert.
Beim Geoblocking wird anhand der IP der Aufenthaltsort des Nutzers ermittelt und zum Beispiel Nutzer aus Deutschland gesperrt. Ähnlich sieht es in China aus: In China selbst gibt es offiziell kein Netflix und somit keine Lizenzierung. Wieso sollte also eine chinesische IP auf das Netflix-Angebot zugreifen?
Möglich wird dieser Zugriff also nur durch einen VPN-Dienstleister, wobei aber nicht alle VPN-Dienste mit Netflix kompatibel ist. Auch Netflix arbeitet ständig daran, den Zugriff mit VPN-Diensten zu verhindern. Grundsätzlich sollte der Zugriff auf Netflix jedoch mit jedem VPN-Dienst funktionieren, der auch in China funktioniert.
Benötige ich in Hong Kong und Taiwan ein VPN?
Grundsätzlich sollte man sowohl in Hong Kong als auch in Taiwan ein VPN verwenden. China weitet seinen Einfluss auf Hong Kong bereits seit 2019 immer weiter aus. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch hier die digitale chinesische Mauer in vollem Umfang zum Zuge kommt. In Taiwan erfolgt die Zensur zur Zeit wesentlich weniger intensiv und viele Websites sind bis jetzt frei zugänglich. Dennoch sollte man auch hier auf Nummer sicher gehen und ein VPN verwenden. Nur dann kann man sicher sein, dass keine Daten ausgespäht werden und man mit einem Maximum an Sicherheit surft.
Fazit: Mit dem richtigen VPN China Anbieter bequem surfen
Sowohl bei einem kurz- als auch langfristigen Aufenthalt ist ein VPN in China sehr empfehlenswert. Nicht nur, dass man mit einem VPN vor Ort gegen Hacker und Kriminelle bestmöglich geschützt ist, man kann auch die Zensur des Internets im Reich der Mitte umgehen. Das ist nicht nur auf Geschäftsreisen vor Ort zwingend erforderlich, sondern auch aus sozialen Gründen. China ist von der Heimat weit entfernt und wer Heimweh bekommt, möchte früher oder später Kontakt mit Freunden und Verwandten aufnehmen. Bei einer Zensur von sozialen Netzwerken und den gängigen Messenger-Diensten fällt dies allerdings schwer.
Wer nun letztlich das beste VPN für China bietet, lässt sich nicht so einfach sagen. Feststeht allerdings, dass die drei weiter oben aufgeführten Dienstleister definitiv das gewünschte Ergebnis liefern: Die Zensur wird umgangen und man kann ohne Einschränkung im World Wide Web surfen und Dienste nutzen. Dabei gilt dies nicht nur für das Notebook, sondern auch für alle anderen Geräte mit Verbindung zum Internet.
Kurzum: Ein VPN ist nicht teuer und kostet nur wenige Euro pro Monat. In Anbetracht der hohen Kosten für den Flug und Aufenthalt in China stellen VPNs für China nur einen minimalen Kostenfaktor dar, an dem man auf keinen Fall sparen sollte.